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Verarmte Reviere - frustrierte Jäger

Bericht in den Westfälischen Nachrichten (WN) vom 15.08.2014 von Detlef Scherle, Grafik: WN

Idylle in den Bauerschaften trügt / Pachtpreise sinken

Marc Henrichmann hat Adleraugen. „Da ist Rehwild“, ruft er und weist über ein Weizenfeld hinweg in Richtung Waldrand. Und tatsächlich: Aus den Büschen lugt ein Jungtier hervor. Idylle pur im Havixbecker Außenbereich, der zu Henrichmanns Gemeinschafts-Jagdrevier gehört. Er teilt es sich mit zwei anderen Hobby-Waidmännern. Doch die Idylle trügt. „Der Wildbestand ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen“, sagt der 38-jährige Rechtsanwalt, der vor kurzem die Geschäftsführung der bundesweiten Jägerstiftung „natur+mensch“ übernommen hat. Schon von Kindesbeinen an ist der Havixbecker gerne draußen unterwegs, besonders frühmorgens, wenn alles noch still und friedlich ist. „Ich freue mich an der Natur“, sagt er, während er seinen Wagen über einen huckeligen Feldweg lenkt. Und das Schießen der Tiere? „Der Tod gehört zum Leben dazu“, erklärt er. Das sei kein Widerspruch. „Ich liebe Wildbret – ich weiß, wo das Fleisch herkommt.“ Das Schießen sei aber nicht das Entscheidende bei der Jagd. Die allermeiste Zeit sitze er nur auf dem Ansitz und beobachte die Tiere.

Immer weniger sind es, die er sieht. Die vielen Biogas-Anlagen haben für noch mehr Mais-Monokulturen gesorgt, in denen nur Füchse Deckung finden. Er fährt an einem Bach vorbei und deutet in Richtung Böschung: „Die letzten Reihen des Maises stehen schon schräg.“ Die Landwirte nutzten heute jeden Zentimeter. Randstreifen und Brachen, ursprünglich Rückzugsbereiche vor allem für Vögel der Feldflur wie den Fasan oder das Rebhuhn, aber auch nicht jagdbare Arten wir Kiebitz und Lerche, werden zurückgedrängt oder kurzgehalten. „Die Tiere haben dann keine Deckung mehr und können leichter von Beutegreifern erwischt werden“, erklärt er.

Aber nicht nur die intensive Landwirtschaft sei es, die das Revier verändert hat – auch durch vermeintliche Naturschutzmaßnahmen werde bisweilen den einen Arten geschadet, während nur wenige andere profitierten. Er zeigt das hinter der Havixbecker Kläranlage, wo es früher ein Biotop gab, in das abends rund 100 Enten einfielen. Um den Fischen im Bach zu helfen, sei für teures Geld ein Überlauf geschaffen worden – „dafür sind die Enten jetzt weg“.

Vor dem Hintergrund solcher Veränderungen in der Landschaft und einer unsicheren politischen Lage – der grüne Minister Remmel will das Landesjagdgesetz novellieren und die Jagd weiter einschränken – finden zurzeit im Kreis Coesfeld die Neuverpachtungen vieler Jagden statt. Etliche der Verträge, die in der Regel für neun Jahre geschlossen werden, laufen zum 1. April 2015 aus. „Der Trend der Pachtpreise geht nach unten“, bestätigt Herbert Lücke von der Unteren Jagdbehörde. „Bei den mir bisher angezeigten neuen Jagdpachtverträgen ergibt sich eine Pachtpreisminderung zwischen 38 und 45 Prozent.“

Die Grundbesitzer sehen auch, dass sich in der Landschaft etwas verändert hat. „Alle Reviere sind aber unterschiedlich. Die kann man nicht über einen Kamm scheren“, meint der Havixbecker Bauer Franz Kückmann. Letztlich entscheide Angebot und Nachfrage über den Preis. Er sieht es so, dass Kern der Jagd die Freude sei, in der Natur zu sein – „und das wird den meisten was wert sein, auch wenn sie weniger schießen können“.

Franz-Josef Schulze Thier, Vorsitzender der Kreisjägerschaft, kennt beide Seiten aus eigener Anschauung. Der Billerbecker Landwirt plädiert dafür, das Gespräch zu suchen und die Pachtpreis-Problematik einvernehmlich zu lösen: „Es geht nur miteinander – nicht gegeneinander.“ Auch die Grundbesitzer profitierten ja von der Jagd, führt er aus. Bei einem eventuellen Schwarzwildeinfall stünden sie sonst mit den Fraßschäden allein da.

Henrichmann hat ein gutes Verhältnis zu den Landwirten in seinem Jagdbezirk. Er versteht, dass der wirtschaftliche Druck auf diese groß ist. Er sieht die gesamte Gesellschaft in der Pflicht, mehr für den Naturschutz zu tun: „Wir brauchen mehr Flächen, wo die Natur Natur sein kann.“ Und wenn der Bauer diese liegen lasse, müsse er dafür einen Ausgleich bekommen.