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Toternste Lachnummer

  • Bericht im Stadtanzeiger Coesfeld am 2. April von Evelyn Barenbrügge zur Mitgliederversammlung der Kreisjägerschaft Coesfeld am 27. März 2015 im Frenkingshof in Nottuln-Appelhülsen

 

Wäre es nicht so ernst, es könnte zu einer Lachnummer mutieren: Die von der Landesregierung NRW vorgesehene Änderung des Jagdrechts erhitzt die Gemüter und wird von der Jägerschaft und der Opposition als hanebüchener Unsinn angeprangert.

Annette Watermann-Krass machte den Standpunkt der Landesregierung deutlich, während Sander Smit über die Auswirkungen der Gesetzgebung in den Niederlanden berichtete. Foto: ba

Kreis. Die Stimmung war am vergangenen Freitagabend im Bürgerzentrum Frenkings Hof geladen und die Jagdhornbläser bliesen dem Jagdgesetzentwurf der Landesregierung vor der Jahreshauptversammlung der Kreisjägerschaft Coesfeld gewaltig den Marsch.

„Die Jagd war schon Bestandteil des menschlichen Lebens, da war von Musik und Literatur noch keine Rede“, begrüßte Bürgermeister Peter Amadeus Schneider die zahlreichen Mitglieder der Kreisjägerschaft und deren Gäste aus befreundeten Verbänden, sowie Vertreter der Politik. Er warnte, dass die Diskussion um die Änderungen des Jagdrechts den Wert der Jägerschaft an der menschlichen Gesellschaft nicht berücksichtige.

Landrat Konrad Püning forderte eine sachorientierte Auseinandersetzung und findet es unverträglich, die an die Jäger abgegebenen Aufgaben zu vergessen. Der Kreistag unterstützt mehrheitlich die inhaltliche Forderung der Jäger gegen die Einführung der Jagdsteuer.

Franz-Josef Schulze Thier, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Coesfeld, begrüßte die klaren Stellungnahmen der örtlichen Politiker. Er sieht vor allem die Gefahr, dass nicht nur ein Misstrauen gegen die Jägerschaft geschürt wird, sondern verantwortungsvolle Aufgaben des Naturschutzes in Zukunft nicht mehr wahrgenommen werden, weil sie auf dem Schreibtisch der Bürokratie untergehen. Er begrüßte zur öffentlichen Fragerunde die SPD-Landtagsabgeordnete Annette Watermann-Krass, den stellvertretenden Vorsitzenden des FDP-Bezirksverbandes Münsterland, Markus Diekhoff, den CDU-Landtagsabgeordneten Werner Jostmeier sowie den Niederländer Sander Smit, der als parlamentarischer Assistent im Büro der niederländischen Europa-Parlamentsabgeordneten aus der Provinz Overijssel, Annie Schreijer-Pierik arbeitet, die gleichzeitig auch Generalsekretärin der fraktionsübergreifenden Gruppe Jagd, Biodiversität und ländliche Räume ist. Vom Koalitionspartner Bündnis 90/Die Grünen ließ sich niemand blicken.

Was unter dem Deckmantel „ökologisches Jagdgesetz“ an massiven Einschränkungen gegen die Jägerschaft durchgesetzt werden soll, erweist sich bei näherer Betrachtung beinahe schon als Schildbürgerstreich. Ein seit Jahrzehnten bewährter Natur- und Tierschutz, wie er von den Jägern betrieben wird, soll mit unnützen Fallstricken und unsinnigen Einschränkungen nicht nur erschwert, sondern zum Teil sogar verhindert werden. Die Hinweise der SPD-Abgedordneten, auf die vorhandenen Ausweichmöglichkeiten stellen die Änderungen des Gesetztes einmal mehr infrage. Die Einführung der Jagdsteuer beispielsweise ist ein Schlag ins Gesicht der ehrenamtlichen Tätigkeit der Jäger. „Die Regierung sollte auf die Jäger hören“, unterstrich Jostmeier, der die Steuereinführung als Vertragsbruch sieht, denn was der Jäger unentgeltlich im Ehrenamt erledigt, müsste dann von der Kommune zu Lasten des Steuerzahlers erledigt werden. 

„Die Jagdsteuer wäre eine Strafe für etwas, was die Jäger unentgeltlich machen“, zeigte Sander Smit auf, dass es in den Niederlanden keine Jagdsteuer gibt. Weitere Themen waren die geplanten Gesetzesänderungen bei der Fangjagd und der Baujagd, das Tötungsverbot wildernder Katzen, die flächendeckende Jagd und die Jagdhundeausbildung am lebenden Tier, die Reduzierung der Liste der jagdbaren Tiere sowie die Abschusserhöhung von Rehwild, Rot- und Damwild. Lehnen FDP und CDU diese Eingriffe kategorisch ab, versuchte die SPD-Abgeordnete immer wieder Ausweichmöglichkeiten aufzuzeigen und entzog sich mit dem Satz, „dieser Punkt wird verhandelt“, immer wieder einer klaren Stellungnahme. Sander Smit warnt zum Abschluss vor zu drastischen Maßnahmen, wie sie in den Niederlanden zurzeit durchgeführt werden, wo bis auf einige Ausnahmen alle Arten geschützt sind und verweist auf die Zielrichtung der Europapolitik. „Wir haben in NRW eines der besten Jagdgesetze der Welt, das muss nicht neu geregelt werden“, schloss Markus Diekhoff die Diskussion.

„Die Jägerschaft wird sich nicht mit einer Gesetzesänderung abfinden und notfalls eine Verfassungsklage durch den Landesverband einreichen“, macht Franz-Josef Schulze Thier deutlich.