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Bleihaltige Munition und ihre bleifreien – nicht unkritischen – Alternativen

Jägerinnen luden zum Fachvortrag in die Weißenburg in Billerbeck

Ab dem 01.04.2016 ist die Verwendung bleihaltiger Büchsenmunition zur Jagd in NRW nicht mehr erlaubt. Zur Jagd gilt ein generelles Verbot bleihaltiger Büchsenmunition oder Flintenlaufgeschosse. Da diese Neuerung viele Fragen aufwirft, hatte die Obfrau für Jägerinnen der Kreisjägerschaft Coesfeld, Frau Cornelia Thies, am 15.04.2016 alle Interessierten (Damen sowie Herren)  zu einem Informationsabend in das  Hotel Weissenburg in Billerbeck eingeladen. In einem Vortrag mit anschließender Fragerunde ging der Sachverständige Herr Gunnar Petrikat (Bild) von der RUAG Ammotec GmbH auf alle relevanten Aspekte ein.

Die Resonanz der Teilnehmer war so hoch, dass die Bestuhlung nicht ausreichte. Weit über 100 Interessierte folgten nach einer Begrüßung durch Frau Thies und den einleitenden Worten des Vorsitzenden der Kreisjägerschaft Coesfeld Herrn Franz-Josef Schulze Thier dem Vortrag von Herrn Petrikat.

Der Stein des Anstoßes für das Verbot bleihaltiger Munition kam 2005 ins Rollen, als Bleivergiftungen bei Seeadlern als häufige Todesursache nachgewiesen wurden. Die Diskussion wurde zum Vorwand genommen, bleifreie Munition einzuführen. Als alternatives Material für Blei kommen den Eigenschaften dieses Material Wismut und Silber am nächsten. Da diese beiden Materialien jedoch kostenintensiv sind, musste eine andere Alternative gesucht werden.

Die alternativen Geschossmaterialien kann man grob in drei verschiedene Klassen unterteilen. Zu unterscheiden sind Reinkupfergeschosse (weicher als bleihaltige Mantelgeschosse), Tombakgeschosse (gleich hart) und Messing bzw. Bronzegeschosse (härter als bleihaltige Geschosse).

Je härter jedoch ein Metall relativ zu Blei ist, umso schlechter lässt es sich deformieren, was in der Regel auch die Energieabgabe im Wildkörper und das Abprall-Verhalten zunehmend  negativ beeinflusst.

Wie allerdings ist die Verträglichkeit zwischen Waffe und Munition? Welche Geschossrückstände ergeben sich im Lauf? Herr Petrikat wies in seinem Vortrag darauf hin, dass bei Verwendung von Reinkupfergeschossen häufiger gereinigt werden muss als bisher. Nach etwa 40 bis 60 abgegebenen Schüssen ist eine Laufreinigung mit chemischen Laufreinigern zu empfehlen.

Wichtig ist auch, den Vergleich anzustellen, welche humantoxikologischen Folgen der Schuss mit bleihaltiger Munition nach sich zieht. Interessant war der Hinweis von Herrn Petrikat auf den prozentualen Anteil ausgewählter Lebensmittel an der Gesamt-Bleiaufnahme bei einem Durchschnittsverzehr. Durchschnittlich je 6,9 % des mit der Nahrung aufgenommenen Bleis stammen von Kartoffeln und Getreide, 6,2 % von Bier und 4.03 % von Leitungswasser, lediglich nur 0,04 % von Wildbret und Sojamilch. Somit stellt sich die Frage, ob man überhaupt bleifreie Munition benötigt.

Die einfachste und praktikabelste Weise, eine Gefährdung des Verbrauchers durch Metallrückstände (Blei, Kupfer, Zink) weitgehend zu minimieren, ist die vorschriftsmäßige wildbrethygienische Versorgung des erlegten Stückes. Werden nämlich sämtliche Eingeweide entfernt, das Tier aus der Decke geschlagen und der Schusskanal vom Ein- bis zum Ausschuss ausreichend groß ausgeschnitten, sind so gut wie keine Metallrückstände mehr nachweisbar.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft rudert mittlerweile wieder zurück. Geplant ist kein generelles Bleiverbot auf Bundesebene einzuführen. Desweiteren soll die  Bleikontaminierung von verzehrfähigem Wildbret durch die Aufnahme des Faches Wildbrethygiene als Sperrfach bei der Jagdscheinprüfung erzielt werden. Außerdem soll eine technische Richtlinie für Jagdbüchsengeschosse zur Sicherstellung der jagdlichen Tauglichkeit im Sinne  des Tierschutzgesetzes eingeführt werden. Dies bedeutet, dass verstärkt auf die Tötungswirkung der einzelnen Geschosse, gleich welchen Materials, abgestellt werden soll.

Festgestellt hat man übrigens, dass der Seeadler mittlerweile nicht mehr akut gefährdet ist. Trotz der Verwendung bleihaltiger Büchsenpatronen konnte sich die Population der Seeadler positiv entwickeln. Zurzeit befinden sich in Deutschland mehr als 600 Brutpaare.

Vor vollem Saal: Die Organisatorin des Vortragsabends Cornelia Thies des Vortragsabends zusammen mit dem KJS-Vorsitzenden Franz-Josef Schulze-Thier (links) und dem Referenten Gunnar Petrikat von der RUAG Ammotec GmbH.