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Mitgliederversammlung 2017

Was machen wir, wenn der Wolf kommt?
Versammlung der Kreisjägerschaft Coesfeld informiert sich im Vorfeld

Dass der Wolf kommt, ist sicher. Was einige noch nicht wissen, er war schon da. Der Wolf wurde bereits durch den sogenannten C3-Nachweis (DNA-Nachweis) in NRW bestätigt. Am Freitagabend, den 31.3.2017, informierte sich die Kreisjägerschaft Coesfeld  - in diesem Jahr im Burghof Richter in Lüdinghausen - schon einmal im Vorfeld darüber, was auf die Bevölkerung und die Jäger zukommt, wenn Isegrim auch NRW dauerhaft besiedelt.

Als Hauptvortrag hatte der Vorsitzende Franz-Josef Schulze Thier das Thema „Was passiert, wenn der Wolf kommt“ gewählt. Als kompetenten Vortragenden konnte dafür der LJN-Geschäftsführer Dirk Schulte-Frohlinde  gewonnen werden. An seinem letzten Arbeitstag vor seiner Pensionierung ließ dieser sich nicht nehmen, den Jägern der KJS Coesfeld die Arbeit des Landesverbands Niedersachsen im Umgang mit dem Wolf zu erläutern.

Niedersachsen wird bereits von 38 Rudeln beheimatet, von denen ein einzelner Wolf, nachgewiesen durch Sender, bereits NRW einen Besuch abgestattet hat. Aus welchen Gründen auch immer dieser Wolf in NRW nicht bleiben wollte – sei es, dass er vergeblich auf Partnersuche oder auf der Suche nach einem geeigneten Revier war – NRW steht auf der Liste als „Wolfserwartungsland“. Schulte-Frohlinde geht aus den Erfahrungen der letzten fünf Jahre in Niedersachsen davon aus, dass der Wolf in Kürze auch die Landesgrenze zu NRW dauerhaft überschreiten wird.

Wenn man glaubt, das dicht besiedelte NRW würde dem Grauhund nicht gefallen, so solle man sich in dieser Hinsicht nicht täuschen. Selbst Landstriche an der Küste werden von Wolfsrudeln besiedelt. Um Cuxhaven sind bereits 5 Wolfsrudeln dauerhaft ansässig.

In dem Vortrag wurde erläutert, was die Ankunft des Wolfs für das heimische Wild und die Nutztiere auf den Weiden, aber auch für die Bevölkerung bedeutet.

Welchen Weg soll die Jägerschaft gehen? Die Jäger sind nuneinmal die die Ersten, die seine Anwesenheit bemerken und die Folgen an vorderster Front spüren werden. Schulte-Frohlinde empfiehlt den Jägern aus NRW, sich entsprechend den benachbarten niedersächsischen Jägern um die Institutionalisierung von Wolfsberatern aus den eigenen Reihen zu bemühen.

Neben Herrn Schulte-Frohlinde konnte der Vorsitzende Franz-Josef Schulze Thier viele weitere Gäste in Lüdinghausen begrüßen. 

Der stellvertretende Bürgermeister von Lüdinghausen Herr Anton Holz lobte einmal mehr das gute Verhältnis der Jäger zu den Landwirten. Auch wenn der Wildbestand trotz Hege und Pflege durch die Jäger mithilfe der Politik in den letzten Jahren immer geringer wird, hofft Anton Holz mit einem Augenzwinkern, dass sich mit einer politischen Wende ab Mai vieles zugunsten der Landwirtschaft und Jagd ändert.

Besonders freute sich die KJS, dass der MdB Karl Schiewerling den Freitagabend nutzte, um sich den Problemen, Nöten und Sorgen der Jägerschaft zu widmen.  Neben einem kurzen Überblick darüber, in welcher positiven Situation sich Deutschland momentan befindet (seien es die hohen Rücklagen der Sozialkassen, die hohe Beschäftigungslage, dem in den vergangenen vier Jahren ausgeglichenen Haushalt) ging Schiewerling auch auf die Jägerschaft im Kreis Coesfeld ein. Er lobte die Hege und Pflege des Wildes und der Natur durch die Jäger, einem wichtigen Bestandteil unserer Gesellschaft. Nach Meinung Schiewerlings besitzt die KJS Coesfeld ein klares Fundament mit tiefen Wurzeln (keine „Flachwurzler ohne Stand“), mit dem Verständnis von Heimat und den entsprechenden Wertevorstellungen.

Neben den genannten Personen konnten weitere Gäste begrüßt werden, unter anderem Gebhard von und zur Mühlen (stellv. Vorsitzender Waldbauernverband),   Hermann Freiherr von Hövel (VJE und Waldbauernvertr. im Landschaftsbeirat),  Marc Henrichmann (Geschäftsführer  Jägerstiftung Natur und Mensch),  Ludger Rövekamp  (LWK Leiter Beratungsregion BOR-COE-RE), Stefan Lacher  (Vors. KJS Gelsenkirchen) sowie der Ehrenvorsitzender Hermann Schulze Messing.

In seinem Geschäftsbericht lobte Schulze Thier die Mühe der Jäger, im vergangenen Jahr fast 120.000 von den Kommunen bestätigten Unterschriften für ein ideologiefreies Jagdgesetz gesammelt zu haben. Leider wurde diese Mühe in dieser Legislaturperiode noch nicht belohnt. Dazu kommt noch ein weiteres schwerwiegendes neues Gesetz aus dem Remmel-Ministerium: Das neue Landesnaturschutzgesetz. Während bei Grundeigentümern und Landwirten vor allem das Vorkaufsrecht von Naturschutzgebieten für Naturschutzverbände abgelehnt wird, wird von der Jägerschaft die fehlende Unberührtheitsklausel für die Jagd in Naturschutzgebieten kritisiert. Darüber hinaus gibt es die Sorge, wie es weiter geht mit der Jagd in Wildnisentwicklungsgebieten.

Neben den Themen Jagdgesetz, Lebensraum und Landwirtschaft lobte der Vorsitzende noch einmal die fundierte Jungjägerausbildung durch Max Höcke. Aber auch die Arbeit der Obleute, besonders die Organisation des Bläserkonzerts,,Tradition trifft Moderne'' im Juli 2016 auf dem Hof Austerschulte durch die Obfrau der jagenden Damen Cornelia Thies und den Obmann für Brauchtum Reinhard Elsbecker wurden hervorgehoben.

Neben weiteren Berichten der einzelnen Obleute freuen sich die Mitglieder der KJS Coesfeld, dass ab Juli dieses Jahres eine neue Rollende Waldschule zur Verfügung steht. Mit über 80 Tierpräparationen gibt die Rollende Waldschule einen umfassenden Überblick über die Tierwelt im Kreis Coesfeld. Diese kann von Schulen, Kindergärten oder interessierten Institutionen bei der KJS angefragt werden.

Nach dem Kassenbericht von Friedel Meyer wurde dem Vorstand auf Antrag der  Kassenprüfer Hermann Freiherr von Hövel und Theo Schulze Wülfing  Entlastung erteilt. Für Freiherr von Hövel  endet damit die zweijährige Amtszeit. Die Wahl eines zweiten Kassenprüfers stand an. Einstimmig wurde hierfür Bernd Hegemann berufen.

Musikalisch umrahmt wurde die Versammlung von den Jagdhornbläsern Philipp Noll, Reinhard Elsbecker und Heinz Pennekamp.