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Das Tierfund-Kataster – Jeder kann mit dem Smartphone zum Artenschutz beitragen

Alle zweieinhalb Minuten ereignet sich statistisch gesehen in Deutschland ein Wildunfall. Jährlich verletzen sich dabei bis zu 3.000 Verkehrsteilnehmer. Aber nicht nur der Mensch ist in diesem Fall Opfer, sondern auch das Tier. Insgesamt ermittelt der Deutsche Jagdverband jährlich zwischen 200.000 und 250.000 Kollisionen mit Hirsch, Schwein oder Reh. Dabei können für seltene Arten, wie Wildkatze oder Fischotter, Wildunfälle sogar bestandsbedrohend sein. Die gestiegenen Zahlen dieser Unfälle haben mehrere Ursachen. Das Verkehrsaufkommen wird immer größer und gleichzeitig verkleinern sich die Lebensräume vieler Tiere aufgrund von Straßen- oder Siedlungsbau. Um künftig mehr Wildunfälle durch Maßnahmen der Verkehrsplanung (Verkehrsschutzzäune, Querungshilfen und Geschwindigkeitsbegrenzungen) zu vermeiden, hat der Deutsche Jagdverband e. V. das Tierfund-Kataster ins Leben gerufen.

Mit der kostenfreien App „Tierfund-Kataster“ TFK (für Android und iPhone) kann jeder jederzeit mobil Daten in das Kataster eingeben. So werden Unfallort, Datum oder Wildart direkt allen anderen Nutzern verfügbar gemacht. Lästige Notizen und umständliches Recherchieren entfallen: Die App erkennt automatisch den Standort des Nutzers und fragt die relevanten Daten ab. Zur besseren Bestimmung kann ein Foto hochgeladen werden. Eine Zwischenspeicherung der Daten ist auch ohne Internet möglich.

Ziel ist es, die tatsächlichen Unfallschwerpunkte im ersten Schritt zu entdecken und im zweiten Schritt zu entschärfen. Das erspart unseren Wildtieren ungezähltes Leid. Zudem werden Sach- und Personenschäden reduziert. Im Fall von Seuchenaufkommen z. B. der Afrikanischen Schweinepest ASP wäre ein schnelles Eingreifen Dank des Tierfund-Katasters für alle von Vorteil. Ausführliche Infos erhalten Sie im Internet auf www.tierfund-kataster.de

Bitte denken Sie daran, dass über das Jahr verteilt im April und Mai sowie Oktober und November die meisten Zusammenstöße mit Wild passieren. Deshalb gilt: Verringern Sie insbesondere auf Landstraßen, die entlang unübersichtlicher Wald- oder Feldkanten verlaufen oder direkt durch den Wald führen, nachts und in der Dämmerung Ihre Geschwindigkeit.  Taucht Wild am Straßenrand auf, blenden Sie ab und hupen möglichst. Halten Sie Ihr Lenkrad fest und machen Sie eine Vollbremsung. Ein kontrollierter Zusammenstoß ist besser als ein unkontrolliertes Ausweichmanöver. Und wenn es trotzdem passiert, sichern Sie die Unfallstelle ab und benachrichtigen Sie die Polizei, auch wenn das Tier vermeintlich unverletzt geflüchtet ist.