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Ein Herz für Tiere: Landwirte und Jäger schützen gemeinsam die Artenvielfalt

Mit dem Pilotprojekt  „Hegebeauftragter für das Münsterland“ setzen sich Landwirte und Jäger gemeinsam für den Erhalt des Niederwildes und anderer wildlebender Arten im Münsterland ein.

Am vergangenen Freitag, dem 13.4.18 wurde das Projekt an der Mühle Große Schonebeck im Nottulner Ortsteil Appelhülsen der Öffentlichkeit vorgestellt.

Gastgeber der Veranstaltungen waren unter anderem die Beständer Henner Schürholz und James Brenninkmeyer sowie die Landwirte Heinrich Lenfers, Jan Spliethofe und Hubertus Vogt, die bereits intensiv in dem Projekt mitarbeiten. Die beteiligten Landwirte machten im Anschluss an einen ausführlichen Vortrag von Hendrik Specht, den Hegebeauftragten für das Münsterland, eine Flächenbesichtigung mit einem bereits im Vorjahr angelegten Blühstreifen möglich.

Als Gäste waren der Präsident des deutschen Jagdverbandes, Hartwig Fischer, der Präsident des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen, Ralph Müller-Schallenberg, der Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes, Johannes Röring MdB, der Vorsitzende des Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer Westfalen-Lippe, Clemens Freiherr von Oer aber auch der Landrat für den Kreis Coesfeld, Herr Dr. Christian Schulze Pellengahr bei der Vorstellung des Projekts durch den Landschaftsökologen Hendrik Specht zugegen.

Der Präsident des deutschen Jagdverbandes, Hartwig Fischer, lobte das Projekt, das auf 3 Jahre Laufzeit begrenzt ist, als beispielhaft für Deutschland. Bereits heute nehmen 25 Reviere an diesem Projekt teil. 80 weitere Reviere haben sich beworben. Angepeilt waren zu Beginn 20 bis 40 Reviere im Regierungsbezirk Münster. Finanziert wird das Projekt allein aus der Jagdabgabe, d.h., mit der Gebühr, die Jäger für das Lösen ihres Jagdscheins zu zahlen haben.

Dieses bisher einmalige Projekt hat zum Ziel, den überdurchschnittlichen Rückgang des Niederwildbestands im Münsterland entgegenzuwirken.

Im Kreis Warendorf (Datenquelle: Untere Jagdbehörde Kreis Warendorf) hat sich beispielsweise der Bestand an Fasanen um 71 % reduziert. 2007 wurde ein Bestand von 23.400 Tieren gezählt. 2016 waren es noch 5.200 Stück.

Sinn und Zweck des Projekts “Hegebeauftragter für das Münsterland“ ist die Umsetzung verschiedener Maßnahmen mit dem Ziel, dieser Entwicklung entgegen zu wirken. Dafür schufen der Landesjagdverband NRW e. V., der Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer e. V. und der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband e. V. bereits 2016, gemeinsam mit der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft, das Projekt „Hegebeauftragter für das Münsterland“.

Zusammen mit Revierpächtern und Landwirten plant der Hegebeauftragte Maßnahmen für den Schutz des Niederwildes, welche die Landschaft aufwerten und die Struktur- sowie die Artenvielfalt erhöhen. Er berät bei naturschutzfachlichen Fördermaßnahmen und macht Vorschläge für niederwildfreundliche Anbauweisen auf Äckern, Wiesen und Weiden. Aber auch Anregungen zur Ausgestaltung von Gewässern und Waldrändern gehören zu seinen Aufgaben.

Bei den geplanten Maßnahmen geht es in erster Linie darum, den Wildtieren Rückzugsräume zu schaffen, die unabhängig von Bewirtschaftung ganzjährig zur Verfügung stehen. Ein entscheidender Punkt dabei ist, dass für Bewirtschafter kein finanzieller Nachteil durch die Bereitstellung von land- oder forstwirtschaftlichen Flächen entstehen soll. Ein Schwerpunkt liegt daher bei der Vermittlung von Fördermaßnahmen im land- und forstwirtschaftlichen Bereich.

Hauptsächlich geht es dabei um die Anlage von Blühstreifen und -flächen, sowie Uferrand- und Erosionsschutzstreifen im Rahmen der Agrarumweltmaßnahmen oder Vertragsnaturschutz. Diese Maßnahmen bieten nicht nur flächenmäßig dem Niederwild ein großes Potenzial an neuen Rückzugsräumen, sondern auch den Landwirten viele Vorteile, da mit der Anlage solcher Streifen oder Flächen verschiedenste Anforderungen und Verpflichtungen bei Cross Compliance Bestimmungen erfüllt werden können und auch das sogenannte Greening mit der Bereitstellung von ökologischen Vorrangflächen mit geringerem Flächenaufwand zu leisten ist. Ebenso können Streifen- oder Flächen helfen Ackerschläge zu begradigen und praktischer für die Bewirtschaftung zu gestalten. Ungünstige Ackerstandorte entlang von Wald, Hecken oder nassen Senken können dabei ebenso genutzt werden wie Optimalstandorte.

Weitere Maßnahmen sind z. B. die ökologische Aufwertung bestehender Waldränder oder Heckenkomplexe. In diesem Bereich lässt sich mit relativ wenig Aufwand ein großer Effekt für das Niederwild erzielen. Hier berät der Hegebeauftragte und unterstützt beispielsweise mit der Bereitstellung von Pflanzgut.

Interessierte Landwirte oder Revierpächter können aktiv Maßnahmen zur Reviergestaltung und -aufwertung umsetzen und damit zur Stabilisierung der Niederwildbesätze beitragen. Die Beratung wird finanziert aus Mitteln der Jagdabgabe und ist für die Teilnehmer kostenfrei!

Mehr Informationen erhalten Sie unter
http://www.hegebeauftragter.nrw/projektpartner/